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Betreuungsrecht

Rechtliche Betreuung

Jeder Mensch hat Rechte, doch manche können sie nicht selbst wahrnehmen. Wenn etwa geistig behinderte oder psychisch kranke Menschen keine selbstständigen Entscheidungen treffen können, kann ihnen für einen bestimmten Zeitraum eine Betreuerin oder ein Betreuer zur Seite gestellt werden. Den Antrag hierfür kann die/der Betroffene selbst beim örtlichen Betreuungsgericht stellen, aber auch Personen aus seinem sozialen Umfeld, z.B. Familienangehörige, Nachbarn oder Behörden, können die Einrichtung einer Betreuung anregen (§ 1896 Abs. 1 BGB).  

Die Betreuerinnen und Betreuer werden vom Betreuungsgericht überwacht, haben eine mindestens jährliche Berichtspflicht und müssen schwerwiegende Entscheidungen vom Betreuungsgericht genehmigen lassen (§§ 1904 ff BGB).

Unterstützung statt Bevormundung

Betreuerinnen und Betreuer bestimmen nicht einfach über die Köpfe der betroffenen Personen hinweg, sondern achten auf deren Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Würde. Auch bei der Auswahl der Betreuerin oder des Betreuers entscheidet der betroffene Mensch mit (§1897 Abs.4 BGB).

Erst wenn nach gründlicher Prüfung durch das Amtsgericht feststeht, dass der betroffene Mensch nicht in der Lage ist, konkrete und für sein Leben wichtige Angelegenheiten selbst zu besorgen, wird für diese Aufgabenbereiche eine Betreuerin oder ein Betreuer bestellt, um eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

In jedem Fall sollen die Wünsche und das Wohl des betreuten Menschen im Vordergrund stehen (§1901 Abs. 2 BGB).

Betreuung als Ehrenamt

Nicht immer ist es nötig, dass eine hauptamtliche Betreuerin oder ein hauptamtlicher Betreuer die Interessen eines betreuten Menschen wahrt, sondern es ist im Gesetz sogar vorgesehen, dass bevorzugt ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer eingesetzt werden (§1897 Abs. 6 BGB). Oft übernimmt ein Familienmitglied die Betreuung ehrenamtlich oder jemand aus dem engen Freundeskreis.

Kosten

Die Kosten einer Betreuung übernimmt bei entsprechendem Vermögen die betreute Person selbst, bei nicht genügenden eigenen Finanzmitteln trägt die Staatskasse die Kosten (§1836 BGB).

Weiterführende Informationen und Arbeitshilfen

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